Leitbild

kultur:plattform St. Johann

Sichtbarmachen zeitgenössischer Kunst und Kultur

Die kultur:plattform bietet ein umfangreiches Mehrspartenprogramm, welches österreichische und internationale Künstler und Künstlerinnen in St. Johann zur Aufführung bringt. Im Bereich Literatur werden Lesungen mit vor allem jungen österreichischen Autor*innen unter dem Motto „Freier Zugang zu freiem Wort“ durchgeführt, damit wird eine über 40-jährige Tradition in St. Johann fortgesetzt, im Bereich Musik werden aktuelle Strömungen schnell aufgegriffen, was uns ermöglicht, weit vor anderen Initiativen im Innergebirg den Zeitgeist der österreichischen Musikkultur zu präsentieren.

Seit Herbst 2008 veranstaltet die kultur:plattform das „Herbstlärm – Festival“, ihre größte und überregional bekannteste Veranstaltung. Gegründet als Zeltfest findet es mittlerweile dreitägig mit dem Untertitel „Tage der musikalischen Vielfalt“ in den eigenen Räumlichkeiten statt und hat sich längst als Fixpunkt in der Salzburger alternativmusikalischen Szene etabliert.

Im Mai 2013 fanden erstmals „Spoken Word-Tage“ statt, in deren Mittelpunkt Vertreter*innen der österreichischen Poetry-Slam-Szene stehen. Dieses Literaturfestival ist nach wie vor österreichweit einzigartig, hier spielt die kultur:plattform eine Vorreiterrolle für vor allem junges Publikum.

 

Beteiligungsorientierter Zugang zu Kunst

Die kultur:plattform hat von Beginn an einen Schwerpunkt im beteiligungsorientierten Zugang zu Kunst und Kultur gesetzt. In zahlreichen Veranstaltungen stehen die Besucher im Mittelpunkt und können selbst aktiv werden: im Bereich Bildende Kunst durch zwei Ateliers im Haus, Workshops sowie regelmäßig veranstaltete Kreativwochen, im Bereich Musik durch die Jam:Sessions sowie Auftrittsmöglichkeiten für regionale Musiker und Musikerinnen, Film, beteiligungsorientierte Ausstellungen und seit 2019 mit dem neu geschaffenen Format „kultur:quiz“.

 

Kinderkulturarbeit 

Das Kinderprogramm der kultur:plattform ist im Innergebirg einzigartig, sämtliche Aufführungen werden vom Kinderkultur-Team vollständig selbst getextet, arrangiert und komponiert. Der Bedarf an niveauvollem Kinderprogramm ist offensichtlich, besuchen uns doch bei jeder Aufführung Familien aus dem ganzen Pongau.

 

Förderung junger ortsansässiger Künstler*innen

Die Förderung ortsansässiger Künstler*innen wird vor allem durch die in Punkt zwei beschriebenen beteiligungsorientierten Veranstaltungen realisiert. Die "WarmUp-Band" bei den Jam:Sessions ist immer wieder Schauplatz erster Konzerte junger Musiker*innen der regionalen Szene. Vor allem in den Workshops bieten wir lokalen Künstler*innen aller Richtungen Anregung und Unterstützung. Und nicht zuletzt werden in unseren Ausstellungen Werke und Lebensläufe von bildenden Künstler*innen in den Vordergrund gestellt, die das St. Johanner Umfeld schon verlassen haben und es in den Kunstszenen der Welt zu Anerkennung gebracht haben.

 

Dialogveranstaltungen

Die Auseinandersetzung mit aktuellen, geschichtlichen und soziokulturellen Themen steht mit der Veranstaltungsreihe "ImDialog" ebenfalls als ein Schwerpunkt in unserem Programm. Bei diesen Veranstaltungen kommen mit Unterstützung kompetenter Vortragender mittels Film, Buch oder auch neuer Medien Zusammenhänge und Hintergründe klarer ans Licht und der Diskurs mit Publikum und Podium spielt dabei eine wichtige Rolle.

 

Allgemeines

Die Veranstaltungen finden nicht nur in den Räumen der kultur:plattform statt, sondern auch an Schulen, im Jahr 2015 erstmals in einer Buchhandlung, in Gaststätten oder einfach „Open-Air“.

Ebenfalls wird unser Raum regelmäßig lokalen Künstler*innen, Musiker*innen und Bands, großteils ohne Kosten für die betreffenden Personen, zur Verfügung gestellt, die dringend einen Raum für Proben oder andere Vorbereitungen brauchen.

Seit 2013 stellen wir unseren Raum kostenfrei mehrere Wochen bildenden Künstler*innen zur Verfügung und ermöglichen ihnen damit freien Meinungsaustausch, ein gemeinsames Arbeiten und das Kennenlernen von unterschiedlichen Techniken. Vor allem aufgrund fehlender Ateliers in der Region sind diese Wochen ein sehr wichtiger Beitrag den Zugang zu bildender Kunst in unserem Ort leichter zu ermöglichen.

Ebenfalls hervorheben wollen wir, dass wir sämtliche Publikationen, also Flyer, Plakate, unsere Halbjahresfolder, Handzettel und Programmhefte selbst, in ehrenamtlicher Arbeit, erstellen und, soweit möglich, selbst drucken.

In den letzten Jahren unterscheidet sich das Programm der kultur:plattform immer mehr von den angebotenen kulturellen Veranstaltungen der umliegenden Kultureinrichtungen. Die beteiligungsorientierten Veranstaltungen, wie Jam:Sessions, Workshops, kultur:quiz sowie Dialogveranstaltungen, der Umgang mit Neuen bzw. „Internet“-Medien und dokumentarischem Film ist im Pongau weitgehend einzigartig. Unser Programm ist für den Ort bzw. die Region wichtig, weil vor allem auch junge Künstler*innen, sowie junges Publikum angesprochen werden sollen.

Speziell „sperrige“ Themen, die nicht in der ersten Assoziation mit Kultur in Verbindung zu bringen sind, wie Behinderung am Land, Genderthemen wie zum Beispiel „Bäuerinneleben Innergebirg“ (In Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Dokumentarfilmer O.P. Zier), geschichtliche Themen, wie dem „Stalag“ in St. Johann zur Zeit des Dritten Reiches (In Zusammenarbeit mit dem Historiker Michael Mooslechner) finden bei uns Beachtung. Die dafür gegründete „Geschichtswerkstatt St.Johann“ nutzt seit 2014 auch die Räumlichkeiten der kultur:plattform für gemeinsam organisierte Veranstaltungen.

Unsere beteiligungsorientierten Programme sollen zum Beispiel jungen Musiker*innen eine Plattform bieten um erste Bühnenerfahrungen zu sammeln (Jam:Sessions sowie lokale Vorgruppen bei Konzerten) oder jungen bildenden Künstler*innen zu ermöglichen, in offenen Ausstellungen (Schnittpunkte:Standpunkte) ihre Werke zu präsentieren. Diesen Schwerpunkt auf aktiver Beteiligung am kulturellen Diskurs und kultureller Arbeit findet man in den etablierten Kultureinrichtungen im Pongau nicht bzw. nicht in diesem Ausmaß.

Die Möglichkeit für junge Künstler*innen sich in der Heimatregion zu entfalten sehen wir als eine der wichtigsten Aufgaben unseres Vereines. Gerade in St. Johann fiel in den letzten Jahren (vor allem vor 2005, als es noch überhaupt keine derartigen Angebote gab) auf, dass junge Leute die Region verließen, um die besseren Chancen, die sich anders wo bieten – vor allem natürlich in Städten – zu nutzen. Dieses kreative Potential allerdings kehrt nur in den seltensten Fällen in die Region zurück. Dieser Trend scheint nun gestoppt, es entwickelt sich in unserer jungen Stadt ein Umfeld, das auch für Kreative interessant zu sein scheint.

 

Erweiterte Zielsetzungen in Stadt und Region

 

  • Intensivierung und weitere Professionalisierung der Arbeit an der Umsetzung des Kulturleitbildes
  • Verbesserung der medialen Sichtbarmachung zeitgenössischen Kulturlebens in der Bezirkshauptstadt
  • Ausbau und Intensivierung von Kooperationen mit den öffentlichen Organisationen in St. Johann (Stadtgemeinde, Tourismusverband, JOregional, SBS…)
  • Erweiterung bestehender Kooperationen (Geschichtswerkstatt, Zusammenarbeit mit örtlichen Unternehmen, Zusammenarbeit mit örtlichen Tourismusbetrieben)
  • Plattform Geschichte (Zusammenschluss aller Archivare der pongauer Gemeinden): Auch hier kann die kultur:plattform durch ihr bestehendes Archiv an historischem Fotomaterial führend mitwirken.
  • Neuerschließung von bespielbaren Orten, z.B. Stadtpark, Gastronomiebetriebe
  • Stärkung der kulturellen Vielfalt der Stadtgemeinde als wachsender Zukunftsort für alle Altersschichten, vor allem in Bereichen, die von der Brauchtums- und Volkskultur nicht abgedeckt werden können.
  • Bessere Positionierung des Kulturarbeiters im Umfeld der Stadtgemeinde als direkter Ansprechpartner für kulturelle Belange.
  • Kulturentwicklungsplan Land Salzburg: Gemeinsame Arbeit mit Stadtgemeinde, Land und Bund an der Umsetzung der im Kulturentwicklungsplan „KEP“ festgeschriebenen Ziele.